Mit der Neuen Sachlichkeit (ca. 1919-1933) wird die Literatur aus der Weimarer Republik bezeichnet. Die Autoren legen hier besonderen Wert auf eine realistische und objektive Betrachtung der Wirklichkeit.
Historischer Hintergrund
- 1. Weltkrieg ist verloren
- Kaiserreich ist nun Republik
- Dolchstoßlüge (gegen die Linken)
- Revolution am 9. November 1918
- politische Morde
- Friedrich Ebert verstirbt 1925
- Hindenburg wird Nachfolger Eberts
- mentale Belastungen
- traumatische Kriegserlebnisse und deren Folgen
- Kriegsschuldartikel des Versailler Vertrages: Deutschland habe die alleinige Schuld, der Kaiser sei ein Kriegsverbrecher
- unvorbereiteter Demokratisierungsvorgang – “Demokratie ohne Demokraten”
- wirtschaftliche Belastungen
- hohe Reparationszahlungen (Versailler Vertrag)
- Wirtschaftskrisen (1923 und 1929/1930)
- gefolgt von Arbeitslosigkeit, Infaltion, Hunger, sozialer Abstieg
- politische Belastungen (führen zur Radikalisierung)
- Dolchstoßlegende
- Macht der alten Eliten (Justiz)
- polit. motivierte Morde
- Präsidialkabinette mit ständig wechselnden Regierungen
- Tod des demokratischen Reichspräsidenten Friedrich Ebert
- Monarchist Hindenburg als Nachfolger
- Verunsicherung/Resignation
- die goldenen Zwanziger
- Beflügelung durch neue Impulse der Massenmedien und des Nachtlebens
- Wunsch nach Ablenkung/Zerstreuung: Amüsement
=> Ambivalente Epoche
Themen und Motive
- Wirtschaftskrise, soziale Not
- keine Akzeptanz der Republik trotz einer Stabilisierung in den Zwanzigern
- bürgerkriegsähnliche Zustände
- Brünings Sparkurs zur Minderung der Reparationen wirkt sich krisenverschärfend aus
- viele Arbeitslose
- Erfolge für die KPD und der Streit mit der ideologisch nahen SPD
- Die Großstadt Berlin
- drittgrößte Stadt der Welt dieser Zeit
- offen für Neues
- erhöhter Dienstleistungssektor
- Arbeitsplätze und kulturelle Angebote
- große Unterschiede für die verschiedenen Kulturkreise, die dennoch nebeneinander wohnten
- Der neue Frauentyp
- Vamps/Girls und angestellte Frauen (neue Erscheinung)
- weibliche Angestellte machen mehr als 1/3 aller Angestellten aus
- mehrere neue Frauenberufe
- ‘neu’ ist Synonym für jung
- Angestellte und Angestelltenkultur
- keine Industriestädte mehr, sondern Angestellten- und Beamtenstädte (laut Werner Sombat, Ökonom)
- noch nicht über der Anzahl der Arbeiter
- gedrückte Gehälter, Willkür, Existenzunsicherheit
- Mechanisierung
- Das Medium Film
- Voraussetzung: moderne Freizeit
- weitgehender Wegfall der Zensur
- technischer Fortschritt (z.B. die vollautomatische Kamera, 1924)
- Tonfilm
- Massenmedium
- Deutschland produziert mehr Filme als der Rest Europas
Autoren
- Erich Kästner
- Hans Fallada
- Irmgard Keun
- Marieluise Fleißner
- (Alfred Döblin)